Forwarddarlehen beantragen - Vergleich 02/2020

Die Funktionsweise eines Forwarddarlehens

Beim Abschluss eines Forwarddarlehens werden die Konditionen der Anschlussfinanzierung weit vor dem Beginn der Kreditauszahlung fixiert. Diese Vorlaufzeit beträgt zwischen einem und 60 Monaten betragen. Die Vereinbarungen sind für die Vertragspartner verbindlich. Der Rücktritt von einem Forwarddarlehen ist nicht ohne Weiteres möglich. Verbraucher sollten sich bewusst sein, dass sie im Fall von weiter sinkenden Marktzinsen dennoch die Bedingungen des Forwarddarlehens erfüllen müssen. Im Zweifel kann das zu einer Finanzierung führen, deren Zinssatz in der Zukunft höher ist als am Markt üblich.

Das Forwarddarlehen – Warum ist Zinssicherung wichtig?

Die Absicherung gegen das Risiko einer Zinsänderung ist sowohl für Unternehmen als auch für den Immobilienkauf von Privatpersonen essenziell. Für Verbraucher ist das Eigenheim die Erfüllung eines Lebenstraums. Aus finanzieller Sicht ist es jedoch das größte Klumpenrisiko, das sie in ihrem Leben eingehen werden.

Aufgrund der hohen Kosten für die Erstellung, den Erwerb, den Umbau, die Renovierung oder die Sanierung bindet es den überwiegenden Teil des vorhandenen Eigenkapitals. Da in der Regel zusätzlich eine Finanzierung vonnöten ist, wird der Immobilienerwerb gehebelt.

Nach diesem theoretischen Ausflug zurück zu den absoluten Zahlen. Der durchschnittliche Immobilienkredit für Selbstnutzer wird mit einer zehnjährigen Zinsbindung vereinbart. Nach dem Ablauf des Kreditvertrags muss der Kreditnehmer die bestehende Restschuld zu neuen Konditionen finanzieren. Abhängig von dem dann herrschenden Zinsniveau kann sich sein Kredit verteuern oder vergünstigen.

Beispielrechnung:

Die Restschuld beträgt 160.000 Euro. Die neue Vertragslaufzeit soll zehn Jahre betragen.

  • Fall A: Der neue Zinssatz beträgt 2 %. Über die Laufzeit betragen die Finanzierungskosten 28.608,15 Euro.
  • Fall B: Der neue Angebotszins beträgt 3 % jährlich. Die Finanzierung kostet 42.735,52 Euro.

Die Zinsdifferenz von nur einem Prozent der Finanzierungssumme macht demnach einen Unterschied von mehr als 14.000 Euro aus. Deshalb ist ein gutes Zinsmanagement über die gesamte Finanzierungsdauer so wichtig.

Diese Faktoren fließen in die Zinsberechnung ein

Die Bank berechnet das Forwarddarlehen auf Basis der folgenden Angaben:

  • Der Nettodarlehensbetrag
  • Das Objekt und sein Beleihungswert
  • Die Dauer der Zinsbindung
  • Die Vorlaufzeit bis das Forwarddarlehen in Anspruch genommen werden soll
  • Die Lage
  • Die Tilgungsdauer

Die Zinsberechnung folgt damit denselben Regeln wie bei einem klassischen Darlehenszins. Er wird um die Komponente der Vorlaufzeit erweitert.

Weitere Instrumente zur Zinssicherung und ihre Unterschiede zum Forwarddarlehen

Die Inanspruchnahme eines Forwarddarlehens ist nur eine Möglichkeit, sich die aktuell günstigen Finanzierungszinsen für Jahre zu sichern.

Eine lange Zinsfestschreibung

Beim Abschluss der Finanzierung wird die Dauer fixiert, für die der vereinbarte Zinssatz gilt. Die Spanne reicht von einer variablen Verzinsung bis hin zu einer Festschreibung für 20 oder 25 Jahre. Privatkunden können den Kreditvertrag nach zehn Jahren einseitig kündigen. Je länger die Zinsfestschreibung gilt desto höher wird der Zinssatz über die gesamte Laufzeit.

Im Gegensatz zu einem Forwarddarlehen müssen Privatpersonen nicht die gesamte Vertragsdauer in Anspruch nehmen. Welches der Instrumente für das jeweilige Projekt günstiger ist, muss individuell ermittelt werden.

Der Bausparvertrag

Bausparkassen haben in Deutschland eine lange Tradition. Sie werben damit, die zum Vertragsabschluss gültigen Soll- und Haben-Zinsen für eine unbegrenzte Dauer vorzuhalten. Allerdings sind Bausparverträge teuer im Abschluss und setzen dem Kunden einen engen Rahmen. Er muss über eine Mindestdauer gehalten werden, eine Mindestansparung muss vor der Darlehensinanspruchnahme geleistet werden. Die Rückzahlung ist ebenfalls strikt vorgegeben.

Bausparverträge sind geeignet, wenn der Immobilienerwerb noch nicht konkret ist. Soll der Bausparvertrag ein Bestandteil der Finanzierungsplanung sein, muss das Darlehen bis zur Auszahlung durch einen weiteren Kredit zwischenfinanziert werden. Die Bausparkassen brüsten sich mit sehr günstigen Zinsen und einer möglichen staatlichen Förderung. Kreditnehmer sollten sich davon allerdings nicht blenden lassen: Für einen Vergleich mit anderen Finanzierungsinstrumenten müssen alle Kosten berücksichtigt werden. Dazu zählen, neben der Abschlussprovision, Verwaltungs- und Kontogebühren sowie der entgangene Zinsertrag während der Ansparphase. Verbraucher sollten genau abwägen, ob sie nicht mit einer alternativen Geldanlage oder einem Sparplan in Verbindung mit einem (Forward-) Darlehen günstiger fahren.

Der wichtigste Unterschied zwischen einem Bauspar- und einem Forwarddarlehen ist die Ansparphase. Für ein Forwarddarlehen muss kein Eigenkapital gebunden werden. Dabei sind die Konditionen nicht merklich schlechter.

Mit dem Forwarddarlehen-Rechner die besten Konditionen finden

Alle Geldhäuser haben Forwarddarlehen im Angebot. Da fällt die Auswahl nicht leicht. Der Forwarddarlehen-Rechner vereinfacht die Suche nach den besten Bedingungen. Mit wenigen Angaben ermittelt er für Sie Ihren günstigsten Finanzierungspartner. Mit einem Klick können Sie direkt auf der Anbieterseite einen Beratungstermin vereinbaren. Profitieren Sie in Zukunft vom historischen Niedrigzins, auch wenn der Marktzins wieder steigt.